Das Bohrfutter ist der Teil eines Akkuschraubers oder einer Bohrmaschine, der den Bohrer oder das Bit hält und beim Bohren spannt. Wie fest es spannt und welchen Durchmesser es maximal aufnimmt, entscheidet mit darüber, für welche Arbeiten sich ein Gerät eignet. Beim Kauf lohnt sich deshalb ein zweiter Blick auf dieses oft übersehene Bauteil.
Was ein Bohrfutter macht
Das Bohrfutter sitzt vorne an der Antriebswelle und übernimmt eine einfache, aber wichtige Aufgabe: Es hält den Bohrer oder das Schrauberbit fest im Zentrum, während sich die Welle dreht. Je gleichmäßiger und fester die Spannung, desto weniger Schlupf hat der Bohrer beim Arbeiten und desto sauberer wird das Bohrloch. Ein wackelndes oder locker sitzendes Bohrfutter macht sich schnell bemerkbar: Der Bohrer eiert, das Loch wird ungenau, im schlimmsten Fall rutscht der Bohrer während der Arbeit heraus.
Zahnkranzbohrfutter vs. Schnellspannbohrfutter
Beim Zahnkranzbohrfutter spannst du den Bohrer mit einem separaten Schlüssel, den du in eine der Öffnungen am Bohrfutter steckst und drehst. Das Ergebnis ist eine sehr feste, zuverlässige Spannung, die auch bei hoher Belastung nicht nachgibt. Der Nachteil: Du brauchst den passenden Schlüssel griffbereit, und das Wechseln des Bohrers dauert länger.
Das Schnellspannbohrfutter spannst du dagegen von Hand, ohne Werkzeug. Du drehst die Hülse, bis der Bohrer fest sitzt, fertig. Heute ist dieses System bei den meisten Akkuschraubern und Akku-Bohrmaschinen für den Heimgebrauch Standard, weil es einen schnellen Bit- und Bohrerwechsel erlaubt, etwa wenn du zwischen Bohren und Schrauben hin- und herwechselst. Für den gelegentlichen Einsatz reicht die Spannkraft eines guten Schnellspannbohrfutters völlig aus, nur bei sehr hoher Dauerbelastung oder großen Bohrerdurchmessern zeigt das Zahnkranzbohrfutter noch Vorteile.
Spannbereich als Kaufkriterium
Der Spannbereich, angegeben in Millimetern, zum Beispiel 1 bis 10 mm oder 1,5 bis 13 mm, bestimmt den maximalen und minimalen Durchmesser, den du überhaupt einspannen kannst. Ein Bohrfutter mit Spannbereich bis 10 mm nimmt keinen 12-mm-Bohrer auf, egal wie stark das Gerät sonst ist. Für die meisten Heimwerkerarbeiten reicht ein Spannbereich bis 10 mm aus. Willst du gelegentlich mit größeren Holzbohrern arbeiten, solltest du gezielt nach einem Modell mit größerem Spannbereich schauen.
Passende Geräte findest du in der Kategorie Akku-Bohrschrauber.
Genauso wichtig ist die untere Grenze des Spannbereichs. Sehr dünne Bohrer, etwa für feine Metallarbeiten, lassen sich in manchen Bohrfuttern gar nicht mehr sicher fixieren, wenn die Mindestspannweite zu hoch angesetzt ist.
Rutschkupplung und Bit-Halter bei reinen Akkuschraubern
Nicht jedes Akkugerät hat ein klassisches Bohrfutter. Reine Akkuschrauber, oft als kompakte Schraubtreiber ausgelegt, verzichten häufig auf ein rundes Spannfutter und arbeiten stattdessen mit einem sechskantigen Bit-Halter, in den du Schrauberbits einfach einsteckst oder einrasten lässt. Das macht den Bitwechsel noch schneller, schränkt aber den Einsatzbereich ein: Runde Bohrer mit rundem Schaft lassen sich in einem reinen Bit-Halter nicht spannen.
Diese Geräte kombinieren den Bit-Halter meist mit einer Rutschkupplung, die das Drehmoment begrenzt und beim Erreichen der eingestellten Stufe durchrutscht. Willst du mit einem Gerät sowohl schrauben als auch bohren, achte beim Kauf gezielt darauf, ob ein echtes Bohrfutter verbaut ist, oder ob du für Bohraufgaben ein separates Werkzeug brauchst.