Fangkorb und Mulchen sind zwei grundsätzlich verschiedene Wege, wie ein Rasenmäher mit dem Schnittgut umgeht. Der eine sammelt es zum Entleeren, der andere zerkleinert es fein und lässt es liegen. Welche Methode zu dir passt, hängt weniger von der Rasengröße ab als von deinem Rasen selbst und davon, wie viel Zeit du beim Mähen investieren willst.
Zwei Prinzipien, ein Ziel
Beim Fangkorbmähen wird das abgeschnittene Gras über den Auswurfkanal in einen Korb oder Sack geleitet, den du nach dem Mähen entleerst, etwa auf dem Kompost oder in der Grünabfalltonne. Der Rasen ist danach sofort sauber, kein Schnittgut liegt sichtbar herum.
Beim Mulchen dagegen bleibt der Auswurf geschlossen. Ein spezielles Mulchmesser oder ein Mulcheinsatz zerkleinert das Gras mehrfach, bevor es fein verteilt zurück in den Rasen fällt. Dort verrottet es innerhalb weniger Tage und gibt die enthaltenen Nährstoffe an den Boden zurück, im Grunde eine kleine, kontinuierliche Düngung bei jedem Mähgang.
Vorteile und Grenzen des Mulchens
Der offensichtlichste Vorteil: Du musst nichts entleeren. Das spart Zeit, gerade bei größeren Flächen, wo ein Fangkorb sonst mehrfach geleert werden müsste. Zusätzlich versorgt das feine Schnittgut den Rasen mit Stickstoff und anderen Nährstoffen, was den Düngerbedarf über die Saison spürbar senken kann.
Mulchen hat aber klare Grenzen. Bei nassem Gras verklumpt das Schnittgut statt sich fein zu verteilen, es bleiben unschöne Grasnester auf der Fläche liegen, die zudem die darunterliegenden Halme ersticken können. Auch bei zu langem Gras funktioniert das Prinzip schlecht, weil die Menge an Schnittgut zu groß wird, um sie fein genug zu zerkleinern. Mulchen verlangt deshalb ein etwas engmaschigeres Mähintervall, meist wöchentlich, damit immer nur wenig Länge auf einmal abgetragen wird.
Passende Geräte findest du in der Kategorie Rasenmäher.
Vorteile und Grenzen des Fangkorbs
Ein Fangkorb liefert unabhängig vom Wetter und der Graslänge ein sauberes Ergebnis. Selbst wenn der Rasen mal länger nicht gemäht wurde oder das Gras feucht ist, landet das Schnittgut zuverlässig im Korb statt liegen zu bleiben. Für alle, die einen makellos aufgeräumten Rasen direkt nach dem Mähen wollen, ist das der entscheidende Punkt.
Der Preis dafür ist Zeit: Der Korb muss regelmäßig entleert werden, bei größeren Flächen mehrfach während eines einzigen Mähgangs. Zusätzlich fällt die natürliche Düngewirkung weg, das entnommene Schnittgut muss durch klassischen Dünger ersetzt werden, wenn der Rasen langfristig gesund bleiben soll.
Welche Mähertypen was können
Manche Rasenmäher sind fest auf ein Prinzip ausgelegt: reine Fangkorbmäher ohne Mulchoption oder reine Mulchmäher ohne Auswurfkanal für einen Korb. Die meisten modernen Geräte im mittleren Preissegment sind dagegen umschaltbar, sogenannte 2-in-1- oder 3-in-1-Mäher, die zusätzlich noch einen Seitenauswurf bieten können. Bei diesen Geräten wechselst du je nach Wetter, Graslänge oder Zeitbudget zwischen den Methoden, oft nur durch das Umstecken eines Verschlussstopfens oder den Wechsel des Messers beziehungsweise Mulcheinsatzes.
Kaufhinweis für Unentschlossene
Wer sich nicht festlegen will, ob Mulchen für den eigenen Rasen dauerhaft funktioniert, fährt mit einem umschaltbaren Kombigerät am flexibelsten. So mulchst du in trockenen Phasen mit moderatem Graswuchs und wechselst bei nassem Wetter, im dichten Frühjahrswuchs oder vor besonderen Anlässen einfach auf den Fangkorb. Wer dagegen schon weiß, dass der Rasen wetterbedingt häufig feucht ist oder selten gemäht wird, sollte eher auf einen zuverlässigen Fangkorb mit ausreichendem Volumen setzen statt auf ein Mulchsystem, das unter diesen Bedingungen ohnehin an seine Grenzen stößt.