Amperestunden (Ah) geben an, wie viel Ladung ein Akku speichert, sagen aber allein nichts über die enthaltene Energie aus. Wattstunden (Wh), aus Spannung mal Amperestunden berechnet, machen Akkus unterschiedlicher Spannungsklassen erst vergleichbar. Bei Akkuschraubern entscheidet dieser Wert mit, wie lange ein Akku durchhält und wie viel Gewicht du dafür in Kauf nimmst.
Was Ah und Wh unterscheidet
Amperestunden messen die elektrische Ladung, die ein Akku über die Zeit abgeben kann. Der Wert sagt nichts über die tatsächlich gespeicherte Energie, denn dafür fehlt die Spannung. Die Formel lautet Wh = V x Ah: Wattstunden ergeben sich aus der Akkuspannung multipliziert mit den Amperestunden. Steht auf dem Akku „18V 4,0Ah“, rechnest du 18 x 4 und landest bei 72 Wh.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied. Ein 12V-Akku mit 2 Ah kommt auf 24 Wh, ein 18V-Akku mit derselben Ah-Zahl auf 36 Wh. Beide Etiketten nennen „2 Ah“, der 18V-Akku liefert aber 50 Prozent mehr Energie. Zwei Akkus mit gleicher Ah-Zahl aus unterschiedlichen Spannungsklassen sind deshalb nicht direkt vergleichbar, egal was der Aufdruck suggeriert. Das gilt auch zwischen Herstellern: Ein 20V-Akku von Marke A und ein 18V-Akku von Marke B mit identischer Ah-Zahl tragen unterschiedliche Energiemengen, obwohl beide Zahlen auf den ersten Blick gleich aussehen. Erst der Blick auf die Wh-Zahl, notfalls selbst gerechnet, zeigt den echten Unterschied.
Warum das beim Kauf zählt
Hersteller werben gern mit hohen Ah-Zahlen, weil die Zahl groß und griffig wirkt. Für den Vergleich zwischen zwei Akkuschraubern zählt aber die Wh-Angabe, sofern der Hersteller sie ausweist, oder die eigene Rechnung aus Volt und Ah. Ein 20V-Akku mit 4 Ah (80 Wh) hat mehr Energiereserve als ein 18V-Akku mit 4 Ah (72 Wh), obwohl die Ah-Zahl identisch ist. Bei 12V-Systemen fällt der Unterschied noch deutlicher aus: Ein 12V-4Ah-Akku bringt nur 48 Wh, weniger als ein 18V-2Ah-Akku mit seinen 36 Wh Abstand nach oben wettmacht.
Passende Geräte findest du in der Kategorie Akku-Bohrschrauber.
Laufzeit gegen Gewicht: der Trade-off
Mehr Kapazität bedeutet mehr Zellen im Akku, und mehr Zellen bedeuten mehr Gewicht. Ein 18V-Akku mit 5 Ah wiegt üblicherweise um die 700 Gramm, ein baugleicher Akku mit 2 Ah liegt eher bei 350 Gramm. Der Unterschied sitzt direkt am Griff des Werkzeugs und verändert, wie sich der Schrauber in der Hand anfühlt, vor allem nach der zwanzigsten Schraube. Bei einem 6Ah-Akku steigt das Gewicht am Griff noch weiter, oft auf über 800 Gramm, während das Werkzeug selbst gleich bleibt.
Bei kurzen Arbeiten am Boden fällt das Mehrgewicht kaum auf. Über Kopf, an der Decke oder beim längeren Arbeiten mit ausgestrecktem Arm macht sich jedes zusätzliche Gramm bemerkbar. Wer viel über Kopf schraubt, fährt oft besser mit einem kleineren Akku und einem Ersatzakku in der Tasche als mit einem einzelnen schweren, der nach zehn Minuten im Arm brennt. Auch die Balance des Werkzeugs ändert sich mit der Akkugröße: Ein großer Akku verschiebt den Schwerpunkt nach hinten, was bei feiner Arbeit an schwer zugänglichen Stellen zusätzlich stört. Wer Akkuschrauber und Bohrschrauber im Wechsel nutzt, überträgt den kleineren Akku oft zwischen beiden Geräten und spart sich so das Gewicht des Zweitakkus.
Akku-Plattformen und Systemtreue
Akkus passen nur zu Werkzeugen derselben Herstellerplattform. Ein 18V-Akku von Bosch Professional läuft nicht in einem Makita-Schrauber, selbst wenn beide 18 Volt und eine ähnliche Bauform haben. Die Kontakte, die Kommunikation zwischen Akku und Werkzeug und oft auch die mechanische Aufnahme unterscheiden sich zwischen den Herstellern. Manche Hersteller führen sogar zwei getrennte Plattformen parallel, etwa eine grüne Heimwerker-Reihe und eine blaue Profi-Reihe mit jeweils eigenen Akkus, die untereinander ebenfalls nicht passen.
Diese Bindung wirkt sich direkt auf den Kaufpreis über die Jahre aus. Wer einmal in ein System investiert hat, kauft bei jedem neuen Werkzeug meist ohne Akku dazu, weil der vorhandene passt. Ein Wechsel der Plattform bedeutet dagegen, alle Akkus und das Ladegerät neu zu kaufen, was den vermeintlich günstigeren Neupreis eines einzelnen Werkzeugs schnell wieder auffrisst. Vor dem ersten Akkuschrauber lohnt sich deshalb ein Blick auf das gesamte Sortiment eines Herstellers: Wer später noch eine Stichsäge oder einen Winkelschleifer plant, spart mit der richtigen Plattformwahl von Anfang an Geld.
Welche Kapazität für welchen Nutzungstyp
Gelegenheitsnutzer, die ein paar Möbel aufbauen oder gelegentlich ein Regal montieren, kommen mit Akkus zwischen 1,5 und 2,5 Ah aus. Das Werkzeug bleibt leicht, der Akku ist nach kurzer Zeit wieder voll, und lange Standzeiten in der Schublade zwischen den Einsätzen spielen kaum eine Rolle. Für diese Gruppe reicht meist der Akku, der dem Set schon beiliegt, ein separater Kauf lohnt sich selten.
Vielnutzer auf der Baustelle oder bei täglichen Montagearbeiten profitieren von 4 bis 6 Ah, teils mit einem zweiten Akku als Wechselreserve. Hier zählt die durchgehende Einsatzzeit mehr als das Gewicht, weil ein leerer Akku mitten in der Arbeit den ganzen Ablauf unterbricht. Zwischen beiden Gruppen liegt der Bereich um 3 Ah, ein Kompromiss für alle, die regelmäßig, aber nicht täglich schrauben, etwa im Hausbau am Wochenende oder bei wiederkehrenden Renovierungsarbeiten. Wer unsicher ist, in welche Gruppe er gehört, zählt am besten die Schraubvorgänge einer typischen Arbeitssession: Unter 50 Schrauben genügt der kleine Akku, darüber lohnt sich die größere Kapazität.