Getriebestufen, oft auch als Gangschaltung bezeichnet, verschieben bei einem Akkuschrauber den nutzbaren Bereich von Drehzahl und Drehmoment. Meist stehen zwei Gänge zur Verfügung, mit einem einfachen Schalter wechselst du zwischen langsamer, kraftvoller Arbeit und schnellem, leichtem Bohren.
Was das Getriebe mechanisch macht
Ein mehrstufiges Getriebe schaltet über ein Zahnradsystem die Übersetzung zwischen Motor und Bohrfutter um. Damit verschiebst du nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die verfügbare Kraft: Je niedriger die Drehzahl in einem Gang ausfällt, desto höher das Drehmoment, das am Bohrfutter ankommt. Die meisten Akkuschrauber für Heimwerker haben zwei Gänge, professionelle Geräte gelegentlich drei.
Der Wechsel erfolgt über einen kleinen Schiebeschalter am Gehäuse, meist mit 1 und 2 beschriftet. Anders als bei der Drehmomentkupplung stellst du hier keinen exakten Wert ein, sondern wählst nur zwischen zwei groben Bereichen.
Erster Gang: viel Kraft, wenig Tempo
Im ersten Gang läuft der Motor mit niedriger Drehzahl, dafür steht das volle Drehmoment zur Verfügung. Das ist der richtige Gang für Schrauben in Holz oder Metall und für Bohrarbeiten in hartem Material, etwa Stahl oder dichtes Hartholz. Die geringe Geschwindigkeit gibt dir außerdem mehr Kontrolle beim Ansetzen einer Schraube, bevor sie sich schräg eindreht.
Wer im ersten Gang bohrt, merkt schnell den Unterschied zu einer schwächeren Einstellung: Das Werkzeug bleibt auch bei Widerstand konstant, statt bei jedem härteren Punkt im Material einzubrechen.
Zweiter Gang: viel Tempo, weniger Kraft
Der zweite Gang liefert eine deutlich höhere Drehzahl bei geringerem Drehmoment. Das eignet sich für schnelles Bohren in weichem Material wie Spanplatte, Weichholz oder Kunststoff, wo wenig Widerstand zu überwinden ist und Tempo wichtiger ist als Kraft. Für das Eindrehen langer oder dicker Schrauben ist der zweite Gang dagegen ungeeignet, das Getriebe würde hier vorzeitig an seine Grenze stoßen und der Motor kommt schneller ins Stocken.
Passende Geräte findest du in der Kategorie Akku-Bohrschrauber.
Unterschied zur elektronischen Drehzahlregelung
Ein häufiges Missverständnis: Die stufenlose Drehzahlregelung am Abzug ist nicht dasselbe wie der Gangwechsel. Der Abzug regelt elektronisch, wie viel Leistung du innerhalb des gewählten Gangs abrufst, von sehr langsam bis zur oberen Grenze dieses Gangs. Der Gang selbst legt dagegen den grundsätzlichen Bereich fest, in dem sich diese Regelung bewegt.
In der Praxis bedeutet das: Du wählst zuerst mechanisch den passenden Gang für die Aufgabe, dann regelst du mit dem Abzug innerhalb dieses Gangs fein nach, wie schnell und mit wie viel Druck du arbeitest. Beide Systeme zusammen ergeben die volle Kontrolle über das Werkzeug, keines ersetzt das andere.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Ein Akkuschrauber mit nur einem Gang eignet sich für gelegentliche Schraubarbeiten im Haushalt, stößt aber schnell an Grenzen, sobald auch gebohrt werden soll oder unterschiedliche Materialien anfallen. Zwei Gänge decken die meisten Heimwerkeraufgaben ab: Gang eins für Schrauben und harte Materialien, Gang zwei für schnelles Bohren in weichem Material.
Wer regelmäßig zwischen sehr unterschiedlichen Aufgaben wechselt, etwa Möbelmontage und gelegentliches Bohren in Metall, profitiert von einem Gerät mit klar spürbarem Unterschied zwischen den Gängen und einer feinen Drehmomentkupplung obendrauf. Die Kombination aus beidem, mechanischem Gang und elektronischer Regelung, macht den eigentlichen Unterschied zwischen einem einfachen und einem vielseitigen Akkuschrauber aus.