SDS steht für ein Aufnahmesystem für Bohrer und Meißel an Bohrhämmern, mit dem du Zubehör ohne Bohrfutter und ohne Werkzeug wechselst. Beim Kauf entscheidet die Variante SDS-Plus oder SDS-Max darüber, welches Zubehör passt und für welche Einsatzstärke der Bohrhammer überhaupt gedacht ist.
Was SDS bedeutet und wie das System funktioniert
SDS ist ein genormtes Steckschaftsystem. Der Bohrer oder Meißel hat am Ende Nuten, die in der Werkzeugaufnahme einrasten. Ein Federmechanismus hält das Zubehör fest, lässt es aber gleichzeitig ein kleines Stück axial spielen. Genau dieses Spiel überträgt die Schlagenergie des Hammers effizient auf den Bohrer, ohne dass du selbst Druck aufbauen musst wie bei einer normalen Bohrmaschine.
Zum Wechseln ziehst du die Verriegelungshülse zurück, steckst das Zubehör ein und lässt die Hülse wieder einrasten. Das geht in Sekunden und ohne Bohrfutterschlüssel, was bei häufigem Werkzeugwechsel auf der Baustelle spürbar Zeit spart. Ein weiterer Vorteil des Systems: Weil das Zubehör axial gleiten kann, überträgt die Maschine den Schlag direkt auf den Bohrer, statt ihn über ein starr gespanntes Bohrfutter abzudämpfen. Das schont auf Dauer auch die Mechanik des Bohrhammers selbst.
Der Unterschied zwischen SDS-Plus und SDS-Max
SDS-Plus ist die kompaktere Variante, mit einem Schaftdurchmesser von 10 mm und drei bis vier Nuten. Sie ist Standard bei den meisten Bohrhämmern für Heimwerker und leichtes bis mittleres Handwerk, und deckt Bohrdurchmesser bis etwa 26 mm in Beton ab. Für Elektroinstallation, Möbelmontage in Wand oder Decke und normale Bohr- und Meißelarbeiten im Haus reicht diese Klasse aus.
SDS-Max ist die größere, kräftigere Variante mit 18 mm Schaftdurchmesser und einer anderen Nutgeometrie. Sie kommt bei schweren Bohrhämmern und reinen Abbruchhämmern zum Einsatz, mit denen du größere Bohrdurchmesser und deutlich mehr Schlagenergie erreichst. Die beiden Systeme sind nicht kompatibel: Ein SDS-Plus-Bohrer passt nicht in eine SDS-Max-Aufnahme, und umgekehrt lässt sich ein SDS-Max-Bohrer erst gar nicht in eine SDS-Plus-Maschine stecken.
Warum du das vor dem Kauf von Zubehör wissen musst
Wer einen Bohrhammer kauft und danach Bohrer oder Meißel getrennt bestellt, kauft leicht am System vorbei. Auf der Verpackung von Zubehör steht meist deutlich SDS-Plus oder SDS-Max, aber wenn du nur „SDS-Bohrer“ suchst, landest du schnell bei der falschen Größe. Ein bereits vorhandenes Set an SDS-Plus-Bohrern lässt sich nicht an einem neuen SDS-Max-Gerät weiterverwenden, das ist bei einem Neukauf oder Upgrade ein Kostenfaktor, den viele erst beim Auspacken bemerken.
Passende Geräte findest du in der Kategorie Bohrhammer.
Adapter zwischen den Systemen gibt es zwar, sie reduzieren aber die Schlagkraft und werden von Herstellern für Dauerbetrieb meist nicht empfohlen. Für regelmäßige Arbeit lohnt es sich, direkt in das passende System zu investieren statt in einen Kompromiss.
Faustregel: Welches System für welchen Einsatzzweck
Für Heimwerker und die meisten Handwerksbetriebe ist SDS-Plus die richtige Wahl. Es deckt Bohren in Beton, Mauerwerk und Stein bis zu den üblichen Durchmessern ab und reicht auch für leichte Meißelarbeiten, etwa beim Entfernen von Fliesen oder kleineren Durchbrüchen.
SDS-Max lohnt sich, sobald regelmäßig größere Durchmesser gebohrt werden oder echte Abbrucharbeiten anstehen, etwa das Aufstemmen von Beton, Wanddurchbrüche in tragenden Wänden oder das Entfernen von Estrich auf größerer Fläche. Für den gelegentlichen Gebrauch zu Hause ist diese Klasse in der Regel überdimensioniert und auch deutlich schwerer zu handhaben. Die Geräte selbst wiegen oft mehrere Kilogramm mehr als ein vergleichbarer SDS-Plus-Bohrhammer, was sich bei längerem Überkopfarbeiten schnell bemerkbar macht.