Der Tiefenanschlag ist ein dünner Metallstab, der durch die Zusatzhandhabe deiner Bohrmaschine gesteckt wird und die maximale Bohrtiefe begrenzt. Klingt nach Detail, entscheidet aber oft darüber, ob mehrere Löcher am Ende wirklich gleich tief sind oder du beim vierten Loch bereits danebenliegst.
Was ein Tiefenanschlag ist
An fast jeder Bohrmaschine mit Zusatzhandgriff sitzt seitlich eine kleine Bohrung, durch die sich ein Stab schieben lässt. Dieser Stab ist der Tiefenanschlag. Er wird mit einer Schraube oder Klemmung am Griff fixiert und ragt parallel zum Bohrer nach vorn. Sobald das Ende des Stabs auf der Werkstückoberfläche aufsetzt, kannst du nicht weiter bohren, der Bohrer steht dann in exakt der Tiefe, auf die du den Anschlag vorher eingestellt hast.
Bei manchen Akku-Bohrschraubern ist der Anschlag fest in die Zusatzhandhabe integriert, bei anderen ein separates Teil im Zubehörset. Wenn kein Zusatzhandgriff mit Bohrung vorhanden ist, lässt sich die Funktion auch mit einem aufgesteckten Tiefenanschlagring am Bohrer selbst oder mit einem einfachen Klebeband-Marker behelfsmäßig nachbilden, wenn auch deutlich ungenauer.
Warum das beim Bohren wichtig ist
Der klassische Fall: Du willst mehrere Dübellöcher für ein Regalbrett setzen, alle exakt 30 Millimeter tief. Ohne Anschlag schätzt du die Tiefe nach Augenmaß oder mit einem Klebeband-Streifen am Bohrer, und die Löcher fallen unterschiedlich aus. Ein Dübel sitzt zu locker, der nächste zu stramm, das Regal hängt am Ende leicht schief. Mit eingestelltem Tiefenanschlag bohrst du Loch für Loch auf denselben Millimeter genau, ganz ohne nachzumessen.
Der zweite große Nutzen: Er verhindert das Durchbohren. Bei dünnen Platten, Möbelrückwänden oder wenn hinter dem Material eine Leitung oder ein Kabelkanal liegt, willst du auf keinen Fall zu tief eindringen. Der Anschlag stoppt den Bohrer mechanisch, bevor er durchstößt, unabhängig davon, wie viel Kraft du gerade aufwendest.
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Wie du ihn einstellst
Die Einstellung ist in der Praxis einfach: Löse die Klemmschraube am Zusatzhandgriff, schiebe den Stab so weit durch, dass die gewünschte Länge zwischen Bohrerspitze und Anschlagende bleibt, und ziehe die Schraube wieder fest. Am genauesten misst du direkt am Bohrer selbst, mit einem Zollstock oder einer Schieblehre, statt nach Gefühl zu schätzen. Ein kurzer Testbohrer in Reststück oder Verschnitt zeigt dir, ob die Einstellung wirklich stimmt, bevor du am fertigen Werkstück arbeitest.
Wichtig: Die gemessene Länge bezieht sich auf die Distanz von der Bohrerspitze bis zum Anschlagende, nicht auf die gesamte sichtbare Länge des Bohrers. Wer das verwechselt, bohrt trotz eingestelltem Anschlag zu tief oder zu flach.
Für wen das besonders wichtig ist
Bei wiederkehrenden Präzisionsarbeiten zahlt sich der Tiefenanschlag am meisten aus. Möbelbau mit mehreren identischen Dübellöchern, Regalbodenträger in Schrankwänden, Fachbodenbohrungen im Raster, überall dort sparst du dir das ständige Nachmessen und reduzierst Ausschuss durch schiefe oder zu tiefe Löcher. Wer öfter mit Holzdübeln, Flachdübeln oder Systemlöchern für Regalböden arbeitet, sollte beim Kauf gezielt darauf achten, dass die Bohrmaschine überhaupt einen Zusatzhandgriff mit Tiefenanschlag-Bohrung mitbringt, das ist nicht bei jedem Modell selbstverständlich.
Wann es weniger zählt
Für ein einzelnes Loch, bei dem die genaue Tiefe keine Rolle spielt, etwa ein Dübelloch für einen einzelnen Bilderhaken oder ein Loch zum Durchführen eines Kabels, brauchst du den Anschlag nicht. Auch bei Vollbohrungen, wo der Bohrer ohnehin komplett durchs Material geht, ist er überflüssig. In solchen Fällen kostet das Einstellen mehr Zeit, als es einspart.