Erfahrungen aus der Werkstatt
- Was gelegentlich fehlt: Bei einem Set dieser Größe und Preisklasse – 100 Bohrer für unter zehn Euro – muss man realistisch bleiben. Eine präzise Zentrierung bei den feinsten Durchmessern ist oft eher Glückssache als Ingenieurskunst. Manchmal dreht sich der Bohrer eher um die eigene Achse, statt sauber ins Material einzutauchen.
- Haeufige Kritik betrifft: Die Haltbarkeit des Materials. HSS (High-Speed Steel) ist an sich ein guter Standard, aber bei der Beschichtung und Härtung gibt es enorme Unterschiede. Ein Blick auf den Preis lässt vermuten, dass hier nicht die Crème de la Crème zum Einsatz kommt. Gerade bei Metallen, die etwas widerstandsfähiger sind, wird man schnell merken, wie die Spannung im Material nachlässt.
- Praxisnah bestaetigt: Bei Arbeiten in weicheren Materialien wie Holz oder vielen Kunststoffen zeigt sich, dass ein Set dieser Art seine Daseinsberechtigung hat. Für schnelle, unkritische Bohrungen, wo es nicht auf absolute Präzision oder Langlebigkeit ankommt, kann man hiermit durchaus arbeiten. Man verbraucht lieber einen Satz Billigbohrer, als einen teuren zu schrotten.
- Besonders geschaetzt wird: Die schiere Menge an Bohrern in verschiedenen Größen. Wenn man oft mit kleinen Durchmessern hantiert und das Risiko des Abbrechens hoch ist, ist es beruhigend, sofort Ersatz zur Hand zu haben, ohne die Arbeit unterbrechen zu müssen. Der Frust, wenn der letzte 1mm-Bohrer abbricht, bleibt so aus.
Wo es glaenzt, wo es hakt
Dieses Set ist ideal für den Gelegenheitsbastler oder den Modellbauer, der kleine Löcher in weiche Materialien oder dünnes Blech bohren muss und dabei auch mal einen Bohrer opfert. Wer jedoch regelmäßig in anspruchsvolle Metalle bohrt, Präzision braucht oder auf lange Standzeiten angewiesen ist, wird hier schnell an Grenzen stoßen und sich nach hochwertigerem Werkzeug umsehen müssen. Für die Werkstatt, in der ständig ein neuer Bohrer verschwindet oder abbricht, ist es eine pragmatische Lösung.
Fazit vom Werkking
Mal ehrlich, für diesen Preis kriegst du normalerweise kaum zehn gute Bohrer, geschweige denn einhundert. Das ist ein Notfallset, ein „Ich-brauche-mal-schnell-was-Kleines-und-es-muss-nicht-für-die-Ewigkeit-sein“-Set. Wenn du vorhast, damit Loch für Loch ins Edelstahlgeländer zu bohren, spar dir das Geld. Aber für ein paar Löcher in Kunststoff oder Weichholz, ohne große Ansprüche an die Standzeit oder die absolute Maßgenauigkeit, ist das eine Option. Betrachte es als Verbrauchsmaterial, das du reinen Gewissens auf den Kopf hauen kannst.
Man muss sich schon fragen, was man bei so vielen Bohrern für den Preis erwarten kann. Für wirklich präzises Arbeiten in der Feinmechanik sind sie leider eher ungeeignet, da rutscht man schnell ab. Bei meinem Set sind die beiden kleinsten Bohrer (1mm und 1,5mm) vorne auch nicht spitz zulaufend, sondern einfach flach. Das sieht man teilweise auch auf den Produktbildern, wenn man genau hinsieht.
Ich habe die Bohrer für Holz und Plastik ausprobiert, dafür sind sie echt praktisch. Auch dünnes Alu oder Kupferblech war kein Problem. Für härteres Metall wie Stahlblech sind sie leider nicht stabil genug, dafür sind sie einfach zu weich. Die Größen stimmen aber gut überein, habe nachgemessen.
Die Bohrer sind faktisch nicht zu gebrauchen. Die Spitze ist so schlecht geschliffen das selbst herkömmliches Polystyrol zur Herausforderung wird.